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Sonntag, 12. September 2010

# 17 Französisch-Guayana - Europa in Lateinamerika

Auf der anderen Seite eines der tausenden Flüsse, die aus dem größten Regenwald der Erde in das Meer fließen, waren wir plötzlich wieder in der Europäischen Union (EU), technisch zu mindestens, denn Französisch-Guayana ist offiziell eine Region Frankreichs und leidet bzw. profitiert unter den gleichen Regeln der EU wie alle anderen EU-Länder. Ohne Grenzposten und Vorzeigen des Passes ging es dann hinein in den dichten Regenwald, der über 90% der Landesfläche bedeckt. Unser Füße marschierten immer noch auf lateinamerikanischem Boden, doch Gesetze, Schilder und sogar die ausschließlich weißfarbigen Gendarmen kamen aus Frankreich, ebenso wie auch der Großteil der Supermarktregale mit aus der EU importierten Waren vollgestopft war. Französisch-Guayana gehört zu dem am wenigsten bevölkertsten der drei Guyanas (Guyana, Suriname und Französisch-Guayana) und ist ungefähr so groß wie Österreich; die rund 200 000 Einwohner leben fast alle in der Agglomeration Cayenne, der Hauptstadt direkt am Meer.

Freitag, 16. Juli 2010

#16 Amapa, der letzte Staat vor Französisch Guyana


Die religiöse Familie lud uns dann zu sich nach Hause ein, so ging es zu acht in einem kleinen Auto zu dem Haus einer anderen Tochter des Geistlichen. Joa hatte 13 Kinder und alle waren gläubig, die Evangelische Glaubensgemeinschaft hat hier mehr Anhänger als die sonst in Brasilien dominierende Katholische Kirche und am Abend machten sich alle chic und schön für die fast tagtägliche Messe. Auf dem Weg zur Kirche ging es vorbei an Holzhütten die allesamt im Wasser standen und mit einem zentralen Steg verbunden waren, überall brannten Glühlampen über den Eingängen der einfachen Häuser die neben einem Fernseher oder auch ner großen Stereoanlage nicht viel Möbel hatten. Hier in der Favela zahlte niemand für die Stromkosten, denn der Strom wurde von den öffentlichen Leitungen angezapft und mit einem abenteuerlichen System auf Kopfhöhe über dem Steg zu den Hütten geführt. Die letzte Hütte war das Haus Gottes, man hörte schon von weitem einen Gläubigen aus Lautsprechern Ferse zitieren und die Atmosphäre war sehr besonders.