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Donnerstag, 8. November 2012

Lebensmittelretten zusammen mit Foodsharing.de, der Berliner Tafel, der Bio Company und den LebensmittelretterInnen

Liebe Freunde in Berlin, wir brauchen Euch!

Angesichts von mehr als der Hälfte des Essens, welches in Deutschland im Müll landet, ist es allerhöchste Zeit, Lebensmitteln wieder die verdiente Wertschätzung zu geben! Im Dezember wird die Lebensmittelretter-Seite www.foodsharing.de an den Start gehen und bis dahin läuft in mehreren Städten, u.a. hier in Berlin, eine Testphase. In dieser Zeit wird die Plattform auf Herz und Nieren geprüft sowie Verbesserung und Optimierung vorgenommen, damit zum offiziellen Start am 12.12.2012 alles reibungslos läuft.

 

Ich bin gemeinsam mit der Berliner Tafel und anderen Einrichtungen dafür zuständig, diese Testphase in der Hauptstadt durchzuführen und die bis dato einmalige Einbindung von Supermärkten zu koordinieren. Seit über 6 Monaten haben wir schon eine erfolgreiche Kooperation mit der Supermaktkette Bio Company (BC), und die soll nun ausgebaut werden bzw. sich hoffentlich schnell auch bei anderen Läden etablieren. Als einziger Supermarkt deutschlandweit hat sich die größte Berliner Biomarkt-Kette mit 2000€ in der Crowdfundingphase für das Projekt eingesetzt. BC ist bereit, Foodsharing als weiteres stragetisches Werkzeug im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung zu nutzen, zusammen mit den Tafeln, Caritas, anderen Vereinen, den LebensmittelretterInnen sowie uns (Wir sind eine Familie, die im Konsumstreik lebt; mehr z.B. hier in einer FocusTV Reportage: http://youtu.be/e9bZgADp6bM).



Eine Abend, Eine Tonne ... in Zukunft sollte alles weitergegeben werden bevor es in die Tonnen wandert ... Auf dass das tauchen nach Lebesmittel Geschichte wird

Schon seit Jahren gibt BC Lebensmittelreste an soziale Projekte, Einrichtungen, Caritas und selbstverständlich die Berliner Tafel. Seit einem halben Jahr ergänzen wir von den LebensmittelretterInnen an verschiedenen Filialen das Konzept der ökologischen Lebensmittelverwertung. Dabei holen wir regelmäßig alles ab, was nicht mehr verkauft werden kann, von den Mitarbeitern nicht gewollt ist, aber auch von den größeren Organisationen wie Tafel etc. nicht abgeholt wird. Organisiert wird alles über eine Facebook Gruppe (www.facebook.com/groups/lebensmittelretter), bis die Option von Gruppen auch in Foodsharing integriert ist.
Die LebensmittelretterInnen sind wichtig, damit eine flächendeckende und fortwährende Rettung von Lebensmitteln gewährleistet werden kann. Hinzu kommt, dass mit der Plattform Foodsharing nun auch alles, was die LebensmittelretterInnen nicht aufessen, einfrieren oder verschenken können, einfach weitergegeben werden kann. Bei der Abholung wird, wie auch von den Angestellten von BC, Rücksicht genommen immer Plastik, Karton und Kompost fein säuberlich zu trennen und alles noch Genieß- und Verwertbare mitzunehmen.  Hier ein 3min. Video von Spiegel TV über die Kooperation mit BC und den Lebensmittelrettern

  


Die Idee hinter dem ausgefeilten Lebensmittelrettungskonzept bei BC ist es, mehr Wert anstatt mehr Arbeit zu schaffen, denn nur so ist diese einmalige Zusammenarbeit auch für andere Betriebe denkbar und kopierbar.

Mittwoch, 21. September 2011

Kapitalismus Extrem, die USA - das Ende der Reise

Heiß und schwül war es und die Luft stand still als wir über die Brücke in die Vereinigten Staaten liefen; begrüßt wurden wir von einem Ortschild mit der Aufschrift “Presidio”, was auf Spanisch Zuchthaus heißt und auch wenn es in diesem kleinen verlassenen Kaff sicherlich kein Gefängnis gab, war es doch symbolisch für das Land mit den meisten Häftlingen der Erde. Über 2,5 Mio. Menschen sitzen in den USA hinter Gittern, davon sind die meisten Schwarze und Latinos, weiße Sträflinge sind in der Minderzahl. Erklärungen die wir dafür hörten rutschten oft sehr schnell in die unterschwellige oder teils sogar offensichtliche Stigmatisierung und Diskriminierung ab, denn die weißen US-Amerikaner beschrieben uns die Farbigen teilweise als “faul” und “kriminell”. Denn obwohl wir es uns meist nicht bewusst sind, haben Wörter und Gedanken über andere Menschen wahrscheinlich eine viel stärkere Wirkung, als wir heute annehmen. Leider sitzen nicht nur zwei von 100 Männern in den USA im Kittchen, sondern bleiben dort auch länger als in jedem anderen Europäischen Land. Obwohl die Todestrafe in weiten Teilen der Welt schon lange geächtet und verboten ist, wird sie in den USA immer noch ausgeübt und so verloren in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten seit 1930 schon rund 5000 Menschen ihr Leben, weitere 3000 warten auf den Tag an dem der Staat entscheidet ihnen das Leben zu nehmen.

Sonntag, 13. März 2011

#28 Dankesbotschaft an alle die diese Reise ermöglicht haben!


Liebste Freunde, die diese wunderbare Erde mit uns teilen,


wir sind diejenigen, die seit über einem Jahr durch die Welt trampen und dabei beinahe kein Geld ausgegeben noch welches angenommen haben. Die Reise brachte uns von Den Haag bis nach Mexiko, dabei passierten wir Marokko, die kanarischen Inseln, kreuzten den Atlantik in einem Segelboot um endlich in Recife, Brasilien auf dem amerikanischen Kontinent zu landen. Von dort aus ging es nach Französisch Guyana, durch Surinam und Guyana, weiter über Venezuela, Kolumbien durch ganz Zentralamerika um schließlich über Belize nach Mexiko einzureisen. Wir nennen es die “Reise der Menschheit” weil nur dank der Hilfe und des Vertrauens tausender Menschen dieses “Abenteuer des Lebens” möglich ist. Nach rund 26.000km und über 13 Monaten sind wir all jenen Menschen so dankbar, die unseren Traum von dem Menschen, welcher von Natur aus gutherzig, offen und liebevoll ist, Realität werden ließ. Nur durch die Unterstützung der Menschen, die an uns glaubten war diese Reise möglich; unsere Mitmenschen, die uns bei sich schlafen ließen, uns Essen gaben, uns Liebe und Zuspruch schenkten, Lachen und Freude mit uns teilten sowie jeder Fahrer von den über 450 Fahrzeugen, die uns bis dato mitgenommen haben. Ohne Euch wären wir immer noch in Europa!

Freitag, 2. Juli 2010

#1 Locomotive der Freiheit und wie das große Abenteuer der Menschheit begann



Es geschah in einer kühlen Novembernacht 2008, in einem kleinem Zimmer in Den Haag, Niederlande. Dort träumten Benjamin Lesage aus Frankreich, Nicola Zolin aus Italien und Ich, Raphael Fellmer aus Berlin, von einer Organisation, die für Bewußtsein, Frieden und Nachhaltigkeit arbeiten sollte. Im Januar des nächsten Jahres unterschrieben wir drei jungen Weltbürger mit unseren Händen die voll Tatendrang waren das Statut der Locomotive Organisation. Das Ziel unseres Trios war es die Welt zu verbessern und wie schon Ghandi sagte, jeder muss selbst den Wandel leben den er in der Welt sehen will! Gut ein Jahr nach der Geburt der Locomotive passierte etwas in unseren Herzen, wir wollten einen neuen Schritt wagen, die Locomotive der Freiheit war geboren. Unser Traum war es von Den Haag nach Mexiko zu trampen, doch das Abenteuer sollte mehr werden als nur ein reiner Ausflug in die Welt der Maya. Mit der Zeit entwickelte sich ein richtiges Projekt mit einer Vorstellungskraft die keine Grenzen kennt, genausowenig wie ein europäischer Pass der die Trennungslinien zwischen den Ländern nur noch von der Karte kennt, ein rares Privileg in der heutigen Zeit in der die Mehrheit unser Brüder und Schwestern unser Mutter Erde schon ein Visum brauchen um Ihr Nachbarland kennen zu lernen!

Doch wir drei hatten vor nicht nur gegen diese Ungerechtigkeit der Klassen- und Ranggesellschaft vorzugehen, sondern wollten auf die Reise der Menschheit gehen, einer dem globalen Zeitgeist einer neuen Generation gebürtigen Form des Zusammenlebens von Menschen aus allen Ländern, Kulturen und Religionen.



Wir begannen mit dem wichtigsten Schritt zur Wahrheit, dem Vertrauen in das Hier und Jetzt, dem Heute und dem was Ist, auch wenn es tausende Kilometer sein werden bis wir auf dem Land- und Seeweg Mexiko erreichen sollten, war es doch dieser erste entscheidende Schritt zur Erde, zu allen allem was sichtbar und unsichtbar ist der uns Flügel verlieh!

Es war noch kalt draußen auf den Straßen in Den Haag doch unsere Herzen glühten vor Liebe und Freude für die Menschen und unseren Planeten Erde. Zeit und Ort hörten für uns am 19. Januar 2010 auf als wir unsere Füße in de Luft setzten und getragen wurden. Wir machten uns auf die Suche nachdem was uns alle verbindet, dem Wunsch und Streben nach Frieden und Einklang mit allem was ist, dem Traum den wir nur zusammen leben können, denn wir sind alle Eins, eine große Familie, eine Einheit, ein Ganzes.
Die heile Welt in Frieden, fern von Hass, Gräuel, Armut und Leiden wird oft als Utopie bezeichnet, 
doch sowie der Organismus Erde mit allen seinen sieben Milliarden Menschen im Kampf mit sich selbst steht kann er auch in Frieden und Gerechtigkeit, Liebe und Herzlichkeit sein aus dem wir alle Kraft und Harmonie schöpfen können. Doch was heißt schon utopisch, was heißt Kultur und Tradition? Sind es nicht wir die das Heute gestalten, prägen, verändern und revolutionieren? Noch vor nicht allzulanger Zeit hätte sich kaum jemand vorstellen können dass der Mensch jemals fliegen kann, dass Frauen und Männer das gleich Recht haben und ganz zu Schweigen von dem heliozentrischem Weltbild welches zunächst unter Todesstrafe stand und heute Allgemeingut ist. Es sind wir Menschen die Veränderungen bringen, es sind wir die die Verantwortung tragen für den globalen Klimawandel, für die Millionen Menschen die tagtäglich leiden und die Zehntausenden die den Tag nicht überleben weil sie nicht genug zu essen und zu trinken haben. Es ist an der Zeit das Ruder des Lebens in die Hand zu nehmen und in die richtige Richtung zu steuern!




Dort lernten wir duzende liebe Menschen kennen, und schätzen jeden einzelnen sowie jeden Sonnenstrahl! Unsere Seelen und Taschen waren befreit, leichter als je zuvor. Ohne einen Cent auszugeben genossen wir die Freiheit des Lebens. Unser Ziel war es zu zeigen dass man auch ohne Geld reisen kann und dass es sich groschenfrei sogar noch viel schöner als mit leben lässt. Ohne irgendeine Adresse, ohne Schlüssel und ohne Termine, offen für alles ließen wir tausende Kilometer hinter uns zurück. Jeden Tag wurden wir reicher an Erfahrungen und menschlichen Begegnungen, beschenkt von dem Abfall unserer Konsumgesellschaft ernährten wir uns hauptsächlich aus dem was Andere für nicht mehr essbar hielten oder schlicht nicht aufaßen. In Europa landet mehr als die Hälfte aller Lebensmittel im Müll, dieses Ritual vollzieht sich tagtäglich, über all auf der Welt wo immerhin noch mehr als 30 Prozent aller Nahrung tagtäglich verschwendet wird. Millionen von Tonnen noch genießbarer Lebensmittel besonders in der Westlichen Welt landen so in der Müllabfuhr, dabei könnte nur ein Bruchteil der Verschwendung die über eine Billion in Hunger lebenden Menschen mit genügend Proteinen versorgen. Laut UN-Statistik gibt es 1000 Millionen Mitmenschen die an Hunger und Armut leben, jeden Tag ums überleben kämpfen, aufwachen und wieder einschlafen; viele von Ihnen wachen nicht mehr auf.
Die Erde bietet genügend Nahrung für alle, es ist nur eine Frage was wir mit den Schätzen die uns die Natur gibt anstellen. Heutzutage werden die meisten Proteine an Tiere verfüttert die wiederum in grauenvollen Bedingungen ihren Tag der Schlachtung abwarten. Über 70% der Zerstörung des Regendwaldes in Lateinamerika ist direkt oder indirekt der Tierindustrie zuzurechnen, oft wird auch nur Soja angebaut und später mit Schweröl in Richtung Europa geschifft, denn über 80% des Futters der europäischen Tiere kommt aus Ländern wie Brasilien wo ungeheure Massen von Wasser für die künstliche Bewässerung des später zu Futter verarbeitenden Grünzeugs verbraucht werden. So wird über 90 Prozent der weltweiten Sojaproduktion für Tiere benutzt und sogar noch 50 Prozent allen Getreides. Die Umweltbelastung durch die Tierindustrie und deren Treibhausgase sind die am gefährlichsten und schnellstwachsenden unter allen anderen. Über 50 Prozent aller Treibhausgase stammen derzeit aus der Tierindustrie und das obwohl die Mehrheit der Erdenbewohner nicht mal 20kg pro Kopf pro Jahr konsumiert. Da weniger als 20 Prozent der Menschheit mehr
als 80 Prozent aller Ressourcen verbraucht ist es kein Wunder dass auch im Bezug auf den Fleischkonsum die reichen Länder wie Europa und Nordamerika mit einem Prokopfverbrauch von rund 120kg pro Jahr für den Bärenteil auch dieser Treibhausgase verantwortlich sind.
Das Ziel unser Locomotive Organisation war es auf die verfügbaren Fakten und Probleme aufmerksam zu machen und die passenden Lösungen anzubieten und diese zu leben und zu teilen. Zu Anfang der Reise waren wir noch alle Vegetarier mit geringem Konsum von tierischen Lebensmitteln, außerdem versuchten wir so wenig Plastik und andere Rohstoffe zu verbrauchen wie möglich.

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