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Mittwoch, 21. September 2011

Kapitalismus Extrem, die USA - das Ende der Reise

Heiß und schwül war es und die Luft stand still als wir über die Brücke in die Vereinigten Staaten liefen; begrüßt wurden wir von einem Ortschild mit der Aufschrift “Presidio”, was auf Spanisch Zuchthaus heißt und auch wenn es in diesem kleinen verlassenen Kaff sicherlich kein Gefängnis gab, war es doch symbolisch für das Land mit den meisten Häftlingen der Erde. Über 2,5 Mio. Menschen sitzen in den USA hinter Gittern, davon sind die meisten Schwarze und Latinos, weiße Sträflinge sind in der Minderzahl. Erklärungen die wir dafür hörten rutschten oft sehr schnell in die unterschwellige oder teils sogar offensichtliche Stigmatisierung und Diskriminierung ab, denn die weißen US-Amerikaner beschrieben uns die Farbigen teilweise als “faul” und “kriminell”. Denn obwohl wir es uns meist nicht bewusst sind, haben Wörter und Gedanken über andere Menschen wahrscheinlich eine viel stärkere Wirkung, als wir heute annehmen. Leider sitzen nicht nur zwei von 100 Männern in den USA im Kittchen, sondern bleiben dort auch länger als in jedem anderen Europäischen Land. Obwohl die Todestrafe in weiten Teilen der Welt schon lange geächtet und verboten ist, wird sie in den USA immer noch ausgeübt und so verloren in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten seit 1930 schon rund 5000 Menschen ihr Leben, weitere 3000 warten auf den Tag an dem der Staat entscheidet ihnen das Leben zu nehmen.

Mittwoch, 18. Mai 2011

#29 Wunderbare Zeiten in Mexiko und die Reise in den Norden







Nach der Klimakonferenz in Cancun ging es für Nieves und mich in die größte Stadt Amerikas, Ciudad de Mexico. Das Trampen in dem sechs mal so großem Land ging mal wieder wie am Schnürchen, so konnten wir auf der längsten PKW-Fahrt mit über 1000km  des nachts sogar auf der Autorückbank schlafen. Es ging vorbei an vielen Militär- und Polizeikontrollen die hier überall präsent sind um den Drogenschmugglern das Leben schwer zu machen. Böse Zungen sprechen allerdings von einem, seitens des Staates kontrollierten Machtgehabe, welches kleine Drogenbanden unterbinden soll damit die eigentlichen Strippenzieher des Drogenhandels keine Konkurrenz bekommen. So bleibt der riesengroße Kuchen an Profit bei den Politikern, Polizisten, Militärs und anderen.

Sonntag, 13. März 2011

#28 Dankesbotschaft an alle die diese Reise ermöglicht haben!


Liebste Freunde, die diese wunderbare Erde mit uns teilen,


wir sind diejenigen, die seit über einem Jahr durch die Welt trampen und dabei beinahe kein Geld ausgegeben noch welches angenommen haben. Die Reise brachte uns von Den Haag bis nach Mexiko, dabei passierten wir Marokko, die kanarischen Inseln, kreuzten den Atlantik in einem Segelboot um endlich in Recife, Brasilien auf dem amerikanischen Kontinent zu landen. Von dort aus ging es nach Französisch Guyana, durch Surinam und Guyana, weiter über Venezuela, Kolumbien durch ganz Zentralamerika um schließlich über Belize nach Mexiko einzureisen. Wir nennen es die “Reise der Menschheit” weil nur dank der Hilfe und des Vertrauens tausender Menschen dieses “Abenteuer des Lebens” möglich ist. Nach rund 26.000km und über 13 Monaten sind wir all jenen Menschen so dankbar, die unseren Traum von dem Menschen, welcher von Natur aus gutherzig, offen und liebevoll ist, Realität werden ließ. Nur durch die Unterstützung der Menschen, die an uns glaubten war diese Reise möglich; unsere Mitmenschen, die uns bei sich schlafen ließen, uns Essen gaben, uns Liebe und Zuspruch schenkten, Lachen und Freude mit uns teilten sowie jeder Fahrer von den über 450 Fahrzeugen, die uns bis dato mitgenommen haben. Ohne Euch wären wir immer noch in Europa!

Mittwoch, 16. Februar 2011

#27 Mexiko - Viva Mexico!

Es war der 25. November 2010, es fehlten nur noch wenige Tage bis zum Beginn des COP16, der Klimakonferenz in Cancun, als wir über die Brücke nach Mexiko schritten! Tausende von Menschen hatten uns geholfen, wo auch immer wir waren, mehr als 340 Fahrzeuge aller Art die uns mitnahmen auf den über 24 000 km die wir seit Beginn der Reise von Den Haag zurück gelegt haben. Dabei durchquerten wir Europa, Marokko, den Atlantischen Ozean und schließlich einen großen Teil des Lateinamerikanischen Kontinents von Brasilien bis nach Mexiko! Dank unserer lieben Mitmenschen wurde unser Traum von der “Reise der Menschheit” Wirklichkeit, unsere Herzen öffneten sich für unseren Nächsten und wir verstanden was es heißt menschlich zu sein, mit dem Herz zu leben, zu geben und zu nehmen!

Samstag, 5. Februar 2011

#23 Costa Rica - Pura Vida!


Die Grenze Costa Ricas passierten wir als privilegierte Europäer mal wieder ohne Probleme und alles schien sehr entspannt. Im Schatten eines Baumes stehend hielten auch so gleich zwei Motorräder an, Polizisten die eine Routineuntersuchung machten. Doch nachdem wir unsere Geschichte erzählten freuten sie sich nur und wünschten uns “mucha suerte” (viel Glück). Die Sonne brannte und dann saßen wir auch schon wieder in einem Pickup, auf der engen Rückbank. Als es plötzlich aus allen Wolken anfing zu schütten wurde es dank unserem Gepäck noch enger und das Atmen wurde schwieriger. Es hörte nicht mehr auf zu strömen, unglaublich und faszinierend. In Neilly setzen sie uns ab und zwar direkt vor einem Restaurant, wo wir auf ein herrliches Willkommensessen eingeladen wurden.

Freitag, 4. Februar 2011

#22 Panama




Wir befanden uns in den Hoheitsgewässern der Kuna, die am wohl besten organisierte und eine der freiesten indegenen Gruppe in ganz Lateinamerika, von den US-Amerikanern unterstützt erhielten sie vor knapp 100 Jahren weitgehende Autonomie von Panama über Kunayala, dem Küstengebiet sowie den 365 Inseln. Die Frauen tragen wundervolle farbenprächtige Trachten und die Ökonomie der knapp 50 000 lebenden Kuna ist der Fischfang und vor allem die Millionen von Kokosnüssen die jedes Jahr zum festgelegten Einheitspreis, um keinen Wettbewerb entstehen zu lassen, hauptsächlich an Kolumbien verkauft werden. Das Besitzen, Verkaufen oder Verpachten von den traumhaften Inseln ist verboten und auch wenn manch Fremder sich in eine der Kunafrauen verliebt hat ist es unwahrscheinlich, dass man(n) Frieden mit den sehr traditionel und verschlossenen Kuna schließt, für einen nicht Kuna wurde seine Liebe zum Verhängnis und eines Nachts kam ein Todesschwadron der den Ausländer in Stücke hackte und einmal mehr verständlich machte, dass Fremde die sich hier niederlassen nicht gerne

Dienstag, 18. Januar 2011

#21 Kolumbien und San Blas



Da standen wir wieder auf der Straße, in einem neuen Land und wieder mit dem Daumen in der Luft, ein Sammeltaxi hielt an, wir erzählten vom Sinn unserer Reise, “si si, no hay problema” und schon sassen wir umgeben von freundlichen, neugierigen und ein wenig schüchtern Kolumbianern in einem Auto. Angelangt halfen wir einigen Frauen aus dem Taxi ihre schweren Tüten voll mit Bier, Waschmittel und Grundnahrungsmitteln vom Dach zu hiefen und schon waren wir mitten im Zentrum Maicos. Da wir Hunger hatten machten wir uns ans Essen recyceln. Wir fragten wie immer nach dem Chef oder Verantwortlichen und erzählten unsere Geschichte mit der anschließenden Frage nach Essensresten, oder in diesem Fall nach altem Brot, ruckzuck hatten wir jede Menge Brötchen auf dem Tisch die darauf warteten gegessen zu werden! Wir schlenderten durch die dunklen Straßen und an einer Bar fragten wir nach Leitungswasser welches wir dann mit unser Life-Saver-Bottle filterten um es zu trinken, ein Herr an der Bar lauschte unseren Erzählungen und lud uns direkt für den nächsten Morgen zu seinem Frühstückprogramm im lokalen Fernsehen ein.

Montag, 3. Januar 2011

#20 Venezuela - Patria, Socialismo o Muerte!

Die Sonne schien uns ins Gesicht und wollte uns wohl sagen, “Herzlich Willkommen” hier auf Mutter Erde, in einem weiterem spannenden Land unseres traumhaften Planeten! Per pedes ging es das Stück zwischen den Grenzen in Richtung Venezuela, ein Schulbus der von einem Ausflug zurück kam lud uns ein auf das letzte Stück bis zum Grenzgebäude , das Angebot nahmen wir gerne an und staunten nicht schlecht über die Lebensenergie der frohen und ausgelassen singenden Jugendlichen im Inneren des Busses! Pässe vorzeigen ... Fehlanzeige, wir mussten fragen wo es zum Stempel ergattern geht und in dem kleinen Zimmerchen angelangt entdeckten wir die Landkarte Venezuelas, ein großes Land und noch größer mit der Hälfte des Nachbarlandes Guayanas welche von der República Bolivariana beansprucht wird, doch wir waren nicht gekommen Streit zu suchen, im Gegenteil und so mussten wir ein wenig schmunzeln und als wir uns wieder zum offiziellen Stempler umdrehten waren unsere Pässe auch schon fertig - das ging fix, ohne jeden Papierkrieg, ökologisch und unbürokratisch!

Sonntag, 21. November 2010

#19 Von Georgtown bis zur Grenze von Venezuela

In Georgtown stieß meine Freundin Nieves zu uns, aus unserem Duo wurde ein Trio und die feminine Energie blies einen neuen Wind in unsere Reise, Hygiene, Duschen, Sauberkeit und Komfort hatten plötzlich ein anderes Gewicht bekommen und es war wunderbar dass wir einen so sanften Start in dem Haus von Charlotte hatten die uns ihr gesamtes Appartement samt ihrem Ehebett zur Verfügung stellte! Teilen, geben und nehmen ist Leben! Wir entdeckten die schöne hölzerne Stadt vollkommen frei von Touristen, aber voll von lieben Menschen die uns überall willkommen hießen und bereitwillig Essen und herzhaftes Lachen austeilten. Wir besuchten ein Waisenhaus und genossen es unsere Reise der Menschheit mit den Kindern zu teilen, Fragen zu beantworten und die funkelnden Augen zu sehen die alle sehr froh waren dass wir sie besuchten.

Sonntag, 12. September 2010

#18 Suriname und Guyana

Wir konnten unseren Ohren nicht glauben, aber wir hörten tatsächlich die gleichen frischen und frechen Laute, die wir vor unserer Reise in Holland so gewöhnt waren; alles war auf Holländisch, nur wenige konnten Englisch und ich konnte endlich wieder meine Sprachkenntnisse aus den Niederlanden einsetzen. Die Architektur des seit 1975 unabhängigen Landes bestand aus vielen Holzbauten und das Leben ging ruhig und friedlich vor sich, obwohl der neue Präsident Desiré Bouterse, der nicht gerade einen guten Ruf hat, am Tag unser Ankunft in der größten Stadt Surinams vereidigt wurde. Bouterse war aktiv an dem Militärregime in den Neunzigern beteiligt, steht im Zusammenhang mit vielen Morden und wurde sogar von den Niederlanden in seiner Abwesenheit zu elf Jahren Haft wegen Kokainhandels verurteilt; durch den internationalen Haftbefehl war es ihm quasi unmöglich das Land zu verlassen, heute als Präsident genießt er wie viele korrupte und kriminelle Diplomaten nach internationalen Völkerrecht Immunität.

# 17 Französisch-Guayana - Europa in Lateinamerika

Auf der anderen Seite eines der tausenden Flüsse, die aus dem größten Regenwald der Erde in das Meer fließen, waren wir plötzlich wieder in der Europäischen Union (EU), technisch zu mindestens, denn Französisch-Guayana ist offiziell eine Region Frankreichs und leidet bzw. profitiert unter den gleichen Regeln der EU wie alle anderen EU-Länder. Ohne Grenzposten und Vorzeigen des Passes ging es dann hinein in den dichten Regenwald, der über 90% der Landesfläche bedeckt. Unser Füße marschierten immer noch auf lateinamerikanischem Boden, doch Gesetze, Schilder und sogar die ausschließlich weißfarbigen Gendarmen kamen aus Frankreich, ebenso wie auch der Großteil der Supermarktregale mit aus der EU importierten Waren vollgestopft war. Französisch-Guayana gehört zu dem am wenigsten bevölkertsten der drei Guyanas (Guyana, Suriname und Französisch-Guayana) und ist ungefähr so groß wie Österreich; die rund 200 000 Einwohner leben fast alle in der Agglomeration Cayenne, der Hauptstadt direkt am Meer.

Freitag, 16. Juli 2010

#16 Amapa, der letzte Staat vor Französisch Guyana


Die religiöse Familie lud uns dann zu sich nach Hause ein, so ging es zu acht in einem kleinen Auto zu dem Haus einer anderen Tochter des Geistlichen. Joa hatte 13 Kinder und alle waren gläubig, die Evangelische Glaubensgemeinschaft hat hier mehr Anhänger als die sonst in Brasilien dominierende Katholische Kirche und am Abend machten sich alle chic und schön für die fast tagtägliche Messe. Auf dem Weg zur Kirche ging es vorbei an Holzhütten die allesamt im Wasser standen und mit einem zentralen Steg verbunden waren, überall brannten Glühlampen über den Eingängen der einfachen Häuser die neben einem Fernseher oder auch ner großen Stereoanlage nicht viel Möbel hatten. Hier in der Favela zahlte niemand für die Stromkosten, denn der Strom wurde von den öffentlichen Leitungen angezapft und mit einem abenteuerlichen System auf Kopfhöhe über dem Steg zu den Hütten geführt. Die letzte Hütte war das Haus Gottes, man hörte schon von weitem einen Gläubigen aus Lautsprechern Ferse zitieren und die Atmosphäre war sehr besonders.

Donnerstag, 15. Juli 2010

#15 Der Beginn der neuen Reise im Nordosten Brasiliens


Wir verbrachten einige Tage bei unseren lieben Paulihno und Sandra, draußen schüttete es in Strömen wie wir es noch nie gesehen hatten, der Regen schien kein Ende zu nehmen, doch drinnen war es so nur ein weniger angenehmer und wir arbeiteten an einem neuen Internetauftritt, schöpften Energie und schrieben viel. Auf den Straßen Brasiliens herrschte eine einzigartige Atmosphäre wenn Brasilien spielte, nur vereinzelt sah man auf den sonst mit fließenden Verkehr gefüllten Straßen Autos, auch die Bürgersteige und Strände waren leer gefegt. Das Leben spielte sich hier während den 90 Minuten einzig um den runden Ball und die 11 Helden die ihn verfolgten. Es herrschte gebannte Stille auf den Straßen und Wohnungen die ihre Fenster weit offen hatten, dann passierte es, Freudenschreie, Gepfeife, Getöte, Silvesterknaller – Brasilien feierte ein Tor, Ihr Tor, sie feierten sich selbst.

Dienstag, 13. Juli 2010

#12 Abfahrt zu den Kap Verden und Unterbrechung im Süden Gran Canarias

Am 10. Mai 2010 um 11 Uhr morgends war es soweit, die Fetse stach mit seiner fünfköpfigen Crew in See und weil wir starken Gegenwind hatten und nur mit Motor vorankamen hielten wir im Süden der Insel an einem Privathafen vor einem „Privatörtchen“ namens „Pasito Blanco“ an.

Es war eine Siedlung auf künstlichen Boden errichtet, die Mehrheit der Häuser waren unbewohnt, denn sie gehörten zu reichenLeuten die noch viele Ander Immobilien besitzen . Nichts desto trotz grünte der Rasen in den Gärten sowie die Blumen die diese künstliche Oase des Friedens Farbe einhauchten, denn auf den schön und groß angelegten Spielplätzen gab es keine Kinder, es war wie eine gepflegte Geisterstadt.

Montag, 12. Juli 2010

#11 Die letzten Tage auf Las Palmas


Wir umarmten unsere beiden Helden und gingen mit erfülltem Herzen auf die letzte Woche in Las Palmas zu. Wir hatten viele liebe Menschen kennengelernt und Yaizah eine aus aus den Kanaren stammenden liebgewonnen Freundin lud uns auf eine weitere Erkundungstour ins innere der Insel ein. „El Barranco“ (Spanisch für Schlucht) war unser Ziel und es war ein Paradies wahres Paradies, versteckst und weit weg von Touristen, im grünen Herzen Gran Canarias. Hier gab es keine Häuser, keine Straßen – nur Natur in Hülle und Fülle, in allen Farben und Formen, Felsen in den schönsten Formationen und und Höhlen die schon den Ureinwohnern vor tausenden von Jahren Schutz boten.

Sonntag, 11. Juli 2010

#10 Der Hafen und die Suche nach dem Schiff das unseren Traum Wirklichkeit werden lassen sollte

Hunderte Segelschiffe die hier, unweit von den großen Containerschiffen ihr Dasein fristeten, warteten auf den Tag, an dem der Besitzer kommt und es wie ein Autosonntagsfahrer gassi fahren geht. Ja die meisten Schiffe warten eher als gebraucht zu werden und passen gut zu dem Werbeslogan mein Haus, mein Auto, mein Schiff, denn die meisten Bootbesitzer arbeiten viel und haben garkeine Zeit für ihre Prachtstücke. Einige Boote sind auch im katastrophalen Zustand, andere werden fast tagtäglich gereinigt, gesäubert und wenn es sauber ist fängt man wieder an der anderen Seite an zu putzen.