Montag, 12. Juli 2010

#11 Die letzten Tage auf Las Palmas


Wir umarmten unsere beiden Helden und gingen mit erfülltem Herzen auf die letzte Woche in Las Palmas zu. Wir hatten viele liebe Menschen kennengelernt und Yaizah eine aus aus den Kanaren stammenden liebgewonnen Freundin lud uns auf eine weitere Erkundungstour ins innere der Insel ein. „El Barranco“ (Spanisch für Schlucht) war unser Ziel und es war ein Paradies wahres Paradies, versteckst und weit weg von Touristen, im grünen Herzen Gran Canarias. Hier gab es keine Häuser, keine Straßen – nur Natur in Hülle und Fülle, in allen Farben und Formen, Felsen in den schönsten Formationen und und Höhlen die schon den Ureinwohnern vor tausenden von Jahren Schutz boten.

Jose, der „Vater“, der kleinen Community, der hier vor über 30 Jahren in die wohl gemütlichste Höhle und den schönsten Ort der Insel zog und anfing Leben in die Schlucht mit dem nie endenden Flüsschen zu bringen. Heute leben hier mehrere Aussteiger, aber vielleicht ist es fairer sie Einsteiger in die Natur zu nennen, denn es war wirklich magisch hier und die gute Energie war in jedem Blatt, Wurzel, Schmetterling und Menschen zu spüren. Seit jeher zog es hier Besucher aus allen Teilen der Welt hin, Freunde und Bekannte, Menschen die teilen und die in Harmonie miteinander leben wollen. Jose hatte in den Jahren viele kleine Felder am Hang der Schlucht geschaffen und mit Wasserspeichern und vielen Schläuchen das ganze Jahr hindurch genügend Wasser. Strom bezieht er seit mehr als 16 Jahren aus den gleichen Batterien die seit jeher von den selben Solarkollektoren geladen werden. Weiter flussaufwärts hat sich eine junge Italienische Familie niederglassen und lebt auch mit Sonnenenergie, einer Wasserpumpe die nur mit dem Druck des Flüsschens funktioniert, Permakultur die ihnen Gemüse und Früchte schenkt und im Enstehungsprozess ist die heimische Gasanlage, wo bald das Klo und der Kompost zur Gasgewinnung für die Spaghetti dienen soll. Wir hatten viel zu lernen, es war fantastisch all diese Möglichkeiten zu entdecken und zu sehen wie man autark und im Einklang mit der Natur leben kann.

Die letzten Tage genossen wir mit unseren liebgewonnen Seelen die wir hier während unseres einmonatigen Lebens in unser Herz geschlossen hatten. Schon mit unseren Rucksäcken und dem Gedanken die Nacht auf der „Fetse“, unserem Schiff, zu verbringen, halfen wir die letzten Vorbereitungen und Polierarbeiten am 13 ½m langen Traumsegelschiff zu machen. Als es dann schon 21.00 war und wir drei uns gerade im Inneren des Bootes befanden kam auch Fransesco hineingestiegen und wir spürten das er uns was wichtiges zu sagen hatte. Unsere Kleider und wir rochen wohl nicht gerade frisch und definitiv zu stark als das wir die Nacht hier verbringen könnten. Es war ein Arbeitsschiff und wir verstanden den Einwand, außerdem war es uns wichtig das wir offen und direkt mit unseren zwei Kapitänen austauschen konnten, standen doch mehrere Wochen gemeinsames Leben auf engsten Raum an und da ist auch Hygiene ein wichtiges Thema. So verbrachten wir eine letzte wunderbare und herrliche Nacht in unser „Tomatera“, wo wir uns immer so wohlfühlten und so viele Liebe, spannende Diskussionen und einzigarte Momente erleben durften. Ein letztes mal schliefen wir auf unser Lieblingsterrasse unter dem Sternenhimmel. Wir verabschiedeten uns von allen und es war ein ganz herzliche und emotionale Stimmung, es fiel uns schwer zu gehen, aber unsere Herzen waren erfüllt vor Glück und Freude über die gemeinsame Zeit, all das Teilen und Jeden dieser so einzigartigen Tage in Gemeinschaft und Brüderlichkeit.
Ein letztes mal gingen wir den Weg zum Hafen, ein letztes mal vorbei an all den Läden, Häusern und Freunden die wir auf unser Suche gemacht haben. Das Segelschiff hatte es uns von Anfang an sehr angetan und die Tage vor der Abreise verbrachten wir a la richtige Seemänner am Hafen; ein guter Freund aus England der schon viele Monate wartete und mehrere

Enttäuschungen mit Kapitänen hatte fand durch unsere erfolgreiche Suche wieder Mut und sie da auch für ihn ging es nun nach drüben. Zwei Franzosen die ungefähr die gleiche Route wie wir gemacht haben fanden einige Tage nach uns auch Ihr Boot in die Karibik und es sah wirklich so aus als ob es nicht schwierig war wenn man Geduld und Zeit mitbrachte.

Hier gehts zum nächsten Artikel der Reise:
#12 Abfahrt zu den Kap Verden und Unterbrechung im Süden Gran Canarias

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