Sonntag, 4. Juli 2010

#3 Marokko - Das Land der freundlichen Menschen hieß uns Willkommen


Wieder auf der Straße der Menschlichkeit, draußen im Tumult der Menschen genossen wir das Leben. In der Arabischen Welt begrüßt man sich immer mit "as-salāmu ʿalaikum" was auf Deutsch übersetzt "Friede sei mit Dir/Euch" heißt, die Antwort darauf ist "alaikumu s-salām", "und auf euch der Frieden!". Es klang jedes mal wie Balsam auf unsere Seelen und die Freundlichkeit der Marokkaner kannte keine Grenzen. Wenn wir jemand auf der Straße ansprachen bekamen wir mit einem breiten Lächeln "as-salāmu ʿalaikum" zu hören und im gleichem Moment wurde uns die Hand entgegengestreckt und man stellte sich vor. Danach wurde gefragt wie es uns geht und oft hörten wir "soyez les bienvenus au Maroc" was soviel heißt wie "Herzlich Willkommen in Marokko".

So schlenderten wir durch Tanger das uns in seiner Reichhaltigkeit begeisterte und wo uns vor Offenheit und Freundlichkeit der Menschen die Augen blitzten! "Hey wo kommt ihr her?" fragten uns die Menschen auf den Straßen der ehemaligen spanischen Stadt, doch dabei blieb es oft nicht, man lud uns zu der Spezialität der Marokkaner ein, zum Tee!
Der "Whisky Marrocan" wie er hier auch genannt wird ist eine Tradition und wunderschön anzuschauen. Zunächst wird das heiße Wasser in eine kleine metallene Teekanne gegossen wo schon die Kräuter warten ihren Aroma mit dem Wasser zu teilen. Bis dahin gleicht sich die deutsche Teekultur, doch dann fügen die Marokkaner Zuckerwürfel in Großformat hinzu und man hat das Gefühl das sich soviel Süßes in der Kanne befindet wie in einer Coladose, nämlich die Hälfte ungefähr. Als abschließendes Ritual bevor der Tee serviert wird, wird der Tee in ein zwei kleine Gläser gegossen und dabei wird die Teekanne bis zu einem halben Meter über das Glas gehalten damit er sich abkühlt. Die gefüllten Teegläser werden dann wieder in die Kanne gekippt und so mischt sich der weiße Zucker auch schön mit allem, dies wird so oft wiederholt bis der Tee trinkfertig mit Eleganz und Leichtigkeit in alle Gläser gekippt wird. Irgendwann standen wir dann endlich wieder auf der Straße, mit dem Daumen in der Luft, ein wunderbares Gefühl und nun endlich in Afrika! Unser Weg führte uns an der Küste gen Süden, da wo es keinen Winter gibt, es war die Richtung nach Mexiko und jeder Kilometer brachte uns der Sonne näher.
Eines Abends setzte uns ein Auto auf einer verlassenen Tankstelle ab und außer einem kleinem Laden und einem großen typischen Cafe/Restaurant gab es nicht viel, wir waren auf dem Land umgeben von Plantagen wo Früchte für den Süden Marokkos und Europa wuchsen. Wir setzten uns an einem Tisch nieder und nachdem Benji von einem anderen Tisch ein Stück Brot holte was nicht aufgegessen wurde kam ein Mann an unseren Tisch und fragte uns ob wir Hunger hätten. Wir hatten keine Zeit zu antworten, denn schon wenige Sekunden später standen drei Suppen, Brote, Tee, Oliven und vieles mehr auf dem Tisch.
Es dauerte nicht lange und die Gruppe von Männern die sich um uns saßen wuchs auf zehn Personen an. Es wurde gelacht, geraucht und ausgetauscht, Alkohol gab es keinen, wie auch sonst nicht üblich in der Gesellschaft Marokkos. Selbst der junge Besitzer des Restaurants weilte unter den wachen Augen und Ohren die uns über alles was wir machten und dachten ausfragten und ein Interesse für unsere Filterflasche fürs Wasser, die Solarrucksäcke und sonstiges Hab und Gut was wir so mit hatten entgegenbrachten welches wir so nirgends in Europa antrafen. Später gab es einen Salat und noch mehr von dem köstlichen runden typischen Marokkanischen Brot, auch Café sollte uns nicht fehlen. Was für Menschen, was für Ruhe und Gutmut lebten unsere marokkanischen Brüder, wir konnten es nicht fassen und wären wir vor Marokko in einer solchen Situation gelandet hätten wir es für einen Film gehalten, aber das was wir erlebten hieß Menschlichkeit in seiner puren Form, es war wie das Wort schon sagt Gast-Freundschaftlichkeit vom feinsten! Nach angeregten Stunden und Heiterkeit mit vielen neuen Freunden und Lieben Menschen zeigte man uns dann unser Schlafgemach, ein typisches Marokkanisches Teezimmer.
Der Boden ist mit Teppich ausgelegt und die vier Seiten des Zimmers mit einem einfachen Sofa ausgestattet, alles ist in arabischen Mustern bestickt und bewebt und gibt sehr viel Charme. Nach einer weiteren Stunde in gemütlichem Beisammensein, zwei Joints und Fotos unsere Reise schliefen wir wie immer göttlich auf den prächtigen und schönen allarround Sofas ein. Morgends wurde uns umgehend ein reiches Frühstück serviert und wir waren wieder mit einer weiteren Perle der Gefühle und Erinnerung auf unsere Reise der Freiheit beschenkt. Die Landschaft die uns zu Augen kam erinnerte uns an Europa, grüne Hügel und Täler, Berge und Bäume in Massen, es war traumhaft und ohne das wir wirklich wussten wo wir uns befanden, denn wir nahmen keine Karten oder Reiseführer auf die Reise mit, waren wir in Fez, der Kulturhauptstadt Marokkos.

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